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Die Schönferchner Kirche birgt einen wertvollen Schatz

 

Die Marienwallfahrtskirche enthält eine gotische Holzplastik

 

Unweit von Schachendorf liegt versteckt  zwischen den Föhren, die ihm den Namen gaben, Schönferchen mit seiner Wallfahrtskirche. Die „Fehra-Kirchweih“ war bis vor 50 Jahren eine sehenswerte Veranstaltung. Die Burschen und Mädchen kamen von weither zum Kirchweihtanz, der sich im Freien abspielte und auf die uralte heidnische Tradition zurückging, der auch die Wallfahrt ihr Entstehen verdankt.

 

Der Oberpfälzer Geschichtsschreiber Schuegraf sagt dazu: „Eine um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstandenen Wallfahrtskapelle, welche den Grund zu der Ansiedlung von sieben Häusern gelegt hat. Merkwürdig ist der bachanalische Tanz der Landbewohner um den uralten Ferchenbaum, unter dessen Schatten das jetzt in der Kirche aufgestellte Muttergottesbild früher verborgen war, an Kirchweih und an anderen Tagen. Es handelt sich bei dem beschriebenen Zeremoniell wohl um die Reste eines altgermanischen Baumkultes, der hier besonders schönen Föhren galt.

 

Über die Erbauung der Wallfahrtskirche erzählt man sich folgende Geschichte: Im Aschaholz, gleich hinter Schönferchen, war ein Brand ausgebrochen. Herr von Gleißenthal auf Schachendorf, Zandt und Gutmaning, dem die Wälder gehörten, versprach in seiner Not, eine Kirche zu bauen. Die Madonna erhörte das Gebet, der Brand konnte gelöscht werden und Herr von Gleißenthal löste sein Gelöbnis ein. Er errichtete in Schönferchen an Stelle der hölzernen Kapelle die jetzige Wallfahrtskirche.

 

Das Innere des schlichten, hellen Barockhauses birgt unter anderem die gotische Holzplastik einer „Anna selbdritt“ aus der Zeit um 1480. Diese Darstellung der Hl. Familie in drei Generationen, der Großmutter Anna, der Mutter Maria und des Jesuskindes, war ein beliebtes Motiv der ausgehenden Gotik. Die hl. Anna trägt auf dem einen Arm ihre Tochter Maria, auf dem anderen das Jesuskind. Für unsere Gegend, die an mittelalterlicher Kunst arm ist, bedeutet diese Figur der „Anna selbdritt“ in Schönferchen ein einmaliges Werk, das es verdienen würde, mehr beachtet zu werden. Leider sind in der Schönferchner Wallfahrtskirche, die durch ihre wunderbaren Heilungen Gläubige von nah und fern anzog, von den vielen Motivtafeln keine mehr im Besitz der Kirche. Sie sind alle verschwunden. Auch das mit Schindeln verkleidete Holzhaus - der „Krama von der Fehra“ - steht heute nicht mehr. Es war als Pfarrhof der aufblühenden Wallfahrt geplant, doch wurde die Pfarrstelle nicht genehmigt.

 

Die Schönferchner und die Schachendorfer waren als Leinwandweber und Leinwandhändler weit und breit bekannt. Bevor die Eisenbahn gebaut wurde, soll es hier Leinwandhändler gegeben haben , die ihre Ware mit dem Schubkarn bis nach Nürnberg geschoben haben. Der sandige Boden rund um Schönferchen brachte nur wenig Ertrag. Flachs gedieh aber gut. Das Hecheln, Spinnen und Weben waren für die kleinen Häuslerleute eine willkommener Verdienst und Nebenerwerb, der sich auszahlte.

 

Heute hat sich die Situation der Bewohner wesentlich verbessert. Der Boden rund um Schachendorf ist eben und ertragreich, eine gute Voraussetzung für die rationelle landwirtschaftliche Nutzung. Etwa ein Drittel der berufstätigen Männer geht aber in Cham oder Umgebung einer Beschäftigung nach. Der wachsende Wohlstand ist auch in Schönferchen und Schachendorf nicht vorrübergegangen. Neubauten und Umbauten, sauber heruntergeputzte Häuser und gepflegte Gärtchen kennzeichnen das Ortsbild von Schönferchen, das heute in der Großgemeinde Chammünster aufgegangen ist.

 

Familie Früchtl aus Schönferchen besitzt von 1952 – 1972 ein Gasthaus in Schönferchen mit Tanzboden. Ebenfalls betreibt Hildgard Früchtl geb. Zange aus Dresden / Dohma parallel dazu eine Krämerei bis weit ins Jahr 2000.

 

Schönferchen besitzt als erstes Dorf in unserer Region einen Fußballverein von 1957 – 1963. Nur Städte wie Cham, Waldmünchen oder Roding hatten damals Mannschaften. Alte Vereine sind auch Raindorf und Michlsneukirchen.

 



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