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FFW Schachendorf untrennbar mit der Dorfgeschichte verbunden

Kreisheimatpfleger Willi Straßer schreibt Schachendorfer Dorfgeschichte

 

Schachendorf: Als sich der Festausschuss der FFW Schachendorf kürzlich mit der Gestaltung der Festschrift befasste, musste auch die Schachendorfer Dorfgeschichte erstellt werden- Diese nicht leichte Aufgabe übernahmen Kreisheimatpfleger Willi Straßer und Rektor Michael Stubenvoll.

 

Bis zum Jahre 1972 war Schachendorf eine selbständige Gemeinde mit den Ortsteilen Oberhaid, Loch, Ellersdorf und Schönferchen. Heute gehört es zur Großgemeinde Chammünster.

 

Die Geschichte von Schachendorf ist bis weit in das Mittelalter zu verfolgen. Durch dieses Dorf führte nämlich die einzige große Straße, die in den Bayerischen Wald hineinführte. Die Straße über Chammünster existierte damals noch nicht.

 

Der Name des Dorfes weist auf das althochdeutsche Wort „skahho“ hin, was soviel bedeutet wie „vorspringender Berg“, oder „Waldwiese“. Das Stammwort -“dorf„ in einem Ortsnamen führt zurück in die zweite Besiedlungsperiode zur Zeit der Karolinger im 9. Jahrhundert. Das ehemalige Schloss Schachendorf gilt als das Stammschloss der Herren von Schachendorf, einem Adelsgeschlecht, das in der Chamer Gegend ansässig war. Es ist jedoch unbekannt, wann sich die ersten Schachendorfer hier ansiedelten. Urkundlich wird der Edelsitz der Schachendorfer erstmals 1375 erwähnt.

 

Doch schon 1390 erscheinen die Schachendorfer in den Chamer Urkunden nicht mehr als Besitzer des Schlossgutes. In der Folgezeit hat das Schloss Schachendorf sehr oft seinen Besitzer gewechselt. 1391 erscheint in einer Urkunde Achatz der Püdenstorfer als Eigentümer, 1398 wird Achatz der Pudmstorfer zu Schächendorff genannt. Für den Zeitraum bis Anfang des 16. Jahrhunderts geben die Chamer Urkunden dann keinen Aufschluss mehr über die Besitzer des Landschlosses. Doch ist Schachendorf auf den bayerischen Landtafeln von 1568 namentlich verzeichnet. Nach dem Historischen Atlas von Bayern gilt es als eine der jüngsten Hofmarken unserer Gegend, die Mitte des 16. Jahrhunderts das erstemal vermerkt ist und zwar im Besitz der Freiherrn von Gleißenthal. Wolf von Gleißenthal war Herr von Zandt und Schachendorf. Er wurde 1581 in Chammünster beigesetzt. Im Dreißigjährigen Krieg mussten die Gleißenthaler das Gut Schachendorf veräußern. Der Geschichtsforscher Schuegraf nennt als vorübergehenden Inhaber des Schlossgutes Hans Ludwig von Laiminger von Albertrsried.

 

Bereits 1636 ging Schachendorf dann in den Besitz des Mathias von Rosenhammer auf Grafenwiesen über und 1661 war Christoph Albrecht Vischl Herr von und zu Schachendorf. Letzterer war vermutlich Ratsherr von Cham. Er verkaufte die Hofmark 1680 an Christoph Seiz von Wolfering, dessen Witwe heiratete 1682 Johann Christoph von Gleißenthal auf Zandt, Heißelsberg und Schachendorf. Schon ein Jahr später verkaufte dieser das Gut an seinen Vater Johann Ludwig von Gleißenthal auf Zandt, und so verblieb der angestammte Besitz mit nur kurzen Unterbrechungen bei dieser Familie bis hinein in das 19. Jahrhundert. Als kurzfristige Besitzer treten um 1700 die Freiherrn von Schuss auf Sattelpeilnstein auf. Um 1817 wird der Rittmeister Max von Rohrmayer als Inhaber beglaubigt. Ihm wird die Bildung eines Patrimonialgerichtes II. Klasse genehmigt. Die Ökonomie des Gutes ist zu dieser Zeit schon zum Großteil zertrümmert. Auch die damaligen Besitzer, die Herren von Poyßl trennen sich bald wieder von dem Landschloss. Zur Zeit, als die Herren von Schuss auf Sattelpeilnstein Schachendorf besaßen, wurde die Hofmark von dem Churfürstlichen Hofkupferstecher Michael Wening in Churfürstlichem Auftrag in die Topographica Descriptio Bavariae aufgenommen. Das Viertelblatt für Schachendorf stellt uns eine recht ansehnliche Gebäulichkeit vor. Hinter einem eingezäunten Grasgarten liegt das Schloss. An die beiden hochgiebeligen Flügel des Herrenhauses schließt sich der abgesetzte, eckige Turm an, dessen Pyramidendach eine Laterne mit Zwiebel krönt. Sicher handelt es ich bei diesem Turm um eine Kapelle, die in den eingefriedeten Bezirk des Herrenhauses einbezogen war. Wahrscheinlich steht die heutige Dorfkapelle - errichtet im Jahr 1888 von Pfarrer Raab - an derselben Stelle.

 

Schachendorf war eine verhältnismäßig kleine und unbedeutende Hofmark, die ihren Herren weder besondere Einkünfte noch besondere Ehren einbrachte. Auch die kurzfristige Bildung eines Patrimonialgerichts - der Gutsherr durfte geringe Vergehen und Straftaten selbst aburteilen und die Strafgebühren kassieren - sowie das Recht zur Erhebung von Straßenzoll änderten daran nichts. So teilte denn Schachendorf das Schicksal der meisten kleineren Hofmarken und Landsassengüter unserer Heimat. Als die Vorrechte und Vergünstigungen der adeligen Gutsbesitzer wegfielen, war die Landwirtschaft unrentabel und die meisten Güter wurden zertrümmert. Der Boden ging an die Bauern, die ihn bis dahin auch schon bewirtschaftet hatten.

 

Um 1850 brannte das Schlossgebäude ab. beim Wiederaufbau wurden auf der Ruine zwei Höfe errichtet, die den Gebrüdern Johann und Anton Sauer gehörten.

 

Aus den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Schlosses wurden nun eine „Tafern-Wirtschaft“.  Bevor diese in den Besitz der Familie Schierer kam, gehörte sie einem Josef Haller.

 

Mittlerweile gab es längst einen Verkehrsweg über Chammünster und Chamerau nach Miltach. Doch erfreute sich die alte Straße über Schachendorf - Zandt noch immer regen Zuspruches und in einem Gästebuch der Taferlnwirtschaft, begonnen 1866, stehen über 2500 Namen von Reisenden, die hier genächtigt haben.

 

1880 brannten die Gebäulichkeiten der Taferlnwirtschaft nieder und damit waren die letzte Reste der alten Hofmarksherrlichkeit verschwunden.

 

Bei der jüngsten Straßenbegradigung wurde auch der Weiher in der Dorfmitte zugeschüttet und ein neues Gemeindehaus mit dem Feuerwehrgerätehaus errichtet.

 

Um das alte Steinkreuz, das am nördlichen Ortsrand in einer Wiese steht, gibt es verschiedene überlieferte Geschichten: Der Besitzer eines der angrenzenden Anwesen soll hier, vor vielen Jahren, von seinem Nachbarn erstochen worden sein. Eine andere Überlieferung erzählt, dass in unmittelbarer Nähe des Steins ein Mann erfroren sei. Das Kreuz ist also ein sogenannter Mahnstein (Moarstoa), gilt aber seit jeher als Markstein zwischen zwei Anwesen. Amtlich ist das Kreuz aber nicht als Grenzstein ausgewiesen.

 

1978 wurde Schachendorf bei der zweiten Gebietsreform in die Stadt Cham eingemeindet.

 

1999 erstmals wieder Maibaum in Schachendorf aufgestellt.

 

Im Jahr 2001 am 06. April wurde eine Ortpartnerschaft mit Schachendorf „Cajta“ in Österreich gegründet. Erste Kontaktpersonen Max Schierer Deutschland und Walter F. Omischl Österreich. Initiator Alois Weindl für Schachendorf in Deutschland und Walter F. Omischl Österreich. Gemeindevertreter: Stadtrat Hubert Zistler und Bürgermeister Adalbert Resetar.



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